Dienstag, 19. Mai 2026, 19.00 – 21.00 Uhr, Kulturhaus Sargfabrik, Goldschlagstraße 169, 1140 Wien

Noch lange keine Lipizzaner“

Der österreichische Dokumentarfilm mit Spielszenen aus dem Jahr 2025 von Olga Kosanović behandelt den beschwerlichen Integrationsprozess an dessen erfolgreichem Ende die Einbürgerung steht. Er beruht auf den Erfahrungen der 1995 in Österreich als Kind serbischer Eltern geborenen und in der Sargfabrik aufgewachsenen Regisseurin mit serbischer Staatsbürgerschaft.

Der Dokumentarfilm nahm vor mehr als 1oo Anwesenden naturgemäß den Hauptteil des Abends ein. Im Anschluss daran fand eine angeregte Diskussion mit der Regisseurin Olga Kosanovic, dem Migrationsforscher Rainer Bauböck und Bezirksvorsteherin Michaela Schüchner statt.

  

Alle Beteiligten und auch die Anfragen aus dem Publikum betonten die Notwendigkeit das Einbürgerungsrecht zu reformieren und die Hürden für die Erlangung zu senken. Eine Einführung des Rechts von hier Geborenen auf die österreichische Staatsbürgerschaft mit flankierenden Bedingungen wurde allgemein als überlegenswert betrachtet.

Der besonders hohe Anteil von Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft mit ständigem Aufenthalt in Wien wäre ein ständig wachsendes demokratiepolitisches Problem, da die Teilhabe an einer gedeihlichen gesellschaftlichen Entwicklung durch das verweigerte Wahlrecht maßgeblich erschwert wird.

Die Änderung des Wahlrechts erfordert eine 2/3-Mehrheit im österreichischen Parlament, welche in absehbarer Zeit nicht erreichbar scheint. Auf Gemeinde- und Bezirksebene wird deshalb versucht durch andere Formate Beteiligung an Entscheidungsprozessen für breitere Bevölkerungsschichten zu ermöglichen.