Beim Themenabend “Gemeinsam versorgt”- Für einander da sein bis ins hohe Alter” am 9. Mai 2019 hat das Matznerviertel gemeinsam mit dem Verein Zeitpolster Möglichkeiten ausgelotet, im Grätzl neue Formen der gegenseitigen Hilfe zu errichten:

Lisa Kögler (Zeitpolster), Ira Mollay und Inge Holzapfel (Lebenswertes Matznerviertel) führen durch den Abend

Endlich in Pension! Aber was nun? Der lang ersehnte Urlaub, die besondere Reise ist vorbei. Wie kann ich nun meine neu gewonnene Zeit sinnvoll für die Gemeinschaft nutzen und vielleicht sogar später selbst davon profitieren?

Zeitpolster“, ein neues Netzwerk in Wien und Vorarlberg, hat dazu ein innovatives Modell entwickelt. Sein Motto lautet “Zeit statt Geld.” Es ist eine Art Vorsorge: Heute helfe ich, morgen wird mir geholfen.

Die meisten Helfenden von Zeitpolster, in Wien sind es derzeit an die hundert, sind kurz vor der Pensionierung oder frisch in Pension. Im Grunde kann jedoch jede*r mitmachen, „aber es ist besonders interessant für Menschen, die sagen: ‘Ich bin jetzt noch fit, ich möchte noch was Sinnvolles tun und ich leg mir eben auch einen Zeitpolster an. Dann kann ich später Stunden einlösen, wenn ich selbst Hilfe brauche’,” meint Lisa Kögler von Zeitpolster.

Typische Hilfen sind zum Beispiel einkaufen gehen, jemanden zum Arzt oder Friedhof begleiten, eine kleine Reparatur durchführen, Vorhänge waschen, Rasen mähen oder Hilfestellung am Computer geben. Gleichzeitig können dabei neue Kontakte und Freundschaften entstehen. Oder neue Initiativen und Aktivitäten im eigenen Wohnumfeld, die Freude machen und das Miteinander fördern.

Das ist auch der Grund, warum das Lebenswerte Matznerviertel den Verein Zeitpolster zum Themen-Abend eingeladen hat. Rund 20 Personen, großteils aus dem Grätzl, sind der Einladung gefolgt. Nach der Präsentation der Zeitpolster-Idee konnten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen detailliert über das Zeitpolster-Modell oder über unsere Matznerviertel-Initiative informieren. In einem “Speed-Dating” wurden Meinungen und Interessen ausgetauscht und neue Bekanntschaften geschlossen. Die angeregten Gespräche wurden von den Moderatorinnen dann zum Buffet “umgeleitet”: Bei  einem Gläschen Wein, Saft oder Bier und köstlichen Brötchen wurden weitere Ideen geboren und Telefonnummern ausgetauscht.

Denn beim zweiten Teil des Themen-Abends am 5. Juni 2019 geht’s weiter: Gemeinsam mit den Teilnehmenden möchten wir für unser lebenswertes Grätzl konkrete Ideen entwickeln, wie wir einander unterstützen, Hilfe geben und nehmen können oder einfach nur lustvoll gemeinsam in unserem Matznerviertel leben und genießen.

In Kleingruppen tauschen die Teilnehmenden ihre Erfahrungen aus.