Wir gründen eine neue Bank – Gründen Sie mit!

Am 11. März 2016, 19.00 in der Sargfabrik, 1140 Wien, Goldschlagstraße 169

Vor einem sehr aufmerksamen, interessierten und teilweise ausgesprochen fachkompetenten Publikum ging am 11. März im Matznerviertel im vollen Seminarsaal der Sargfabrik der Informationsabend zur Gründung der Bank für Gemeinwohl über die Bühne. Das Werben  um weitere GenossenschafterInnen und das Aufstocken des Startkapitals waren die Ziele.

Die Zeit ist reif zur Gründung einer neuen Bank

„Wir vom Verein „Lebenswerten Matznerviertel“ wollen keine Banken, deren Hauptaktivitäten auf die Gewinnoptimierung der Aktionäre ausgerichtet sind. Denn das wird häufig mit Ausbeutung, ökologischen Schäden und kriegerischen Auseinandersetzungen bezahlt. Wir wollen eine Bank, die sich vor allem der Realwirtschaft widmet und unsere Gelder und Sparguthaben so einsetzt, dass sie der Förderung von Gemeinwohlanliegen und der Finanzierung von Betrieben  dient,  die verantwortungsvoll agieren“, erklärte Hubert Fragner die Motivation zur Veranstaltung.

 

Die Bank für Gemeinwohl will sich auf das ursprüngliche Kerngeschäft einer Bank besinnen: Sparen, Kredite und Zahlungsverkehr. Auf Spekulations-Geschäfte wird bewusst verzichtet. Die neue Ethikbank wird klein starten, auf Sicherheit setzen und will überlegt und maßvoll wachsen. Sie wird in erster Linie als Onlinebank ohne Filialbetrieb ausgerichtet sein. Mobile BeraterInnen werden KundInnen und KreditnehmerInnen betreuen. Als erste Schritte soll es noch heuer Girokonten mit Bankomatkarte geben und eine Crowdfunding Plattform ins Leben gerufen werden. Bevor es nach der Akkreditierung als Vollbank zu Kreditvergaben kommt werden die Betriebe auf  Gemeinwohlorientierung und Bonität geprüft.

Michael Kamenik vom Projekt Bank für Gemeinwohl berichtete über Grundsätze des Vorhabens und den aktuellen Stand der Entwicklung: „Wir haben eine freie Genossenschaft gegründet, deren Genossenschafter mit ihrer Einlage von 200 bis maximal 100.000 Euro das erforderliche Startkapital zur Gründung der Bank für Gemeinwohl  aufbringen und in der Folge demokratisch das Geschick der Bank mitbestimmen sollen. Die Bank legt offen, was mit dem ihr anvertrauten Geld passiert. Sie lehnt Spekulation und fragwürdige Finanzprodukte ab und kehrt stattdessen zu den Wurzeln des Bankwesens zurück, dem Vermitteln von Krediten und Spareinlagen sowie dem Fördern von Projekten, die dem Gemeinwohl dienen.“

Fragen des Publikums

Die von Wolfgang Gerlich (plansinn, ella-agenda21) moderierte Diskussion belegte das große Interesse des Publikums an der Bankgründung. Die Fragen drehten sich um Ziele und Werte, Organisationsstruktur, Geschäftsumfang, Haftungsfragen und den Gemeinwohlgedanken.

Für Fragen stand neben dem Referenten ein ehrenamtliches Team der Bankeninitiative zur Verfügung.

Selbst GenossenschafterIn werden

Wer selber Genossenschafterin oder Genossenschafter  werden will und nähere Informationen zur Bank für Gemeinwohl wünscht findet diese auf www.mitgründen.at